Der Trend geht zur Zweit-Site

Microsites bringen Themen und das Google-Ranking nach vorne. Formulare führen zu Direktkontakt.

Jedes Unternehmen im Mittelstand verfügt bereits über eine Unternehmenswebsite. Marco Gola, Geschäftsführer von Matoma Internet Consulting in Trossingen, erklärt, warum themenspezifische Microsites eine wirkungsvolle Ergänzung zur klassischen Internetpräsenz darstellen.

Was ist eigentlich eine Microsite?

Microsites sind einzelne, von der Unternehmenswebseite losgelöste Webseiten mit eigener Internet-Adresse. Sie sind meist themenspezifisch und können Informationen detaillierter behandeln. Oft genutzt für beispielsweise neue Produkte, Branchenlösungen oder um ein bislang wenig bekanntes Thema oder Produkt bekannter zu machen. Mit einer Microsite lassen sich auch Zielgruppen viel präziser ansprechen. Eine Krankenkasse könnte beispielsweise eine Microsite zum Thema Kinderwunsch und Geburt machen, ein Bauunternehmen zum Thema Renovierung oder ein IT-Unternehmen zum Thema Datenschutz.

Im Grunde machen Microsites immer dann Sinn, wenn spezielle Themen verstärkt kommuniziert werden sollen. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um kurzfristige Kampagnen bzw. Verkaufsaktionen oder eine längerfristige Kommunikation handelt. Eine Microsite kann aus nur wenigen Seiten bestehen oder aber auch sehr umfangreich sein. Um beim Beispiel der Krankenkasse zu bleiben: hier kann eine kleine Microsite zum Thema Kinderwunsch genauso sinnvoll sein, wie eine große Themenseite mit mehreren Schwerpunkten wie Kinderwunsch, Schwangerschaft, Geburt und Säuglingsschutz. Die jeweilige Zielsetzung ist hier entscheidend.

Die Themen werden ja oft schon auf der Firmenwebsite behandelt.
Was bringt die Auslagerung auf Microsites konkret?

Natürlich könnte man alle Inhalte der Microsite auch auf der Firmenwebsite abbilden, jedoch lassen sich diese einzelnen Themen auf einer Microsite wesentlich fokussierter und gleichzeitig umfassender behandeln.

Idealerweise bietet die Firmenwebsite die wichtigsten Basis-Informationen. Über einen Link gelangt man dann zur Microsite mit allen Detailinfos.

Eine Microsite lässt sich auch wesentlich gezielter bewerben. Man kann etwa bestehende Kontakte per E-Mail-Newsletter oder Anschreiben direkt darauf hinweisen, die URL in Print-Anzeigen einbauen oder viele Internet-User über Google AdWords ansprechen. Nicht zu vergessen: Eine
„sprechende“ URL wie etwa www.babyharmonie.de haftet erheblich besser im Gedächtnis, als www.die-schwenninger.de/vorsorge/schwangerschaft-und-geburt.

Wie werden Microsites von Internet-
Anwendern beurteilt?

Sehr gut. Kunden oder Interessenten auf der Suche nach Anbietern, Produkten oder Antworten auf spezielle Fragen finden sich auf Microsites deutlich schneller zurecht. Aufwendiges Suchen auf umfangreichen Firmenwebsites entfällt. Das steigert die Anwenderzufriedenheit und in der Regel auch die Bereitschaft zur Kontaktaufnahme bzw. die Chance auf eine positive Kaufentscheidung. Hinzu kommt, dass wordpressbasierte Microsites meist im responsive Design erstellt werden, das garantiert dem Anwender die optimale Darstellung – auch beim Zugriff von mobilen Endgeräten, wie Smartphone oder Tablet.

Gibt es noch weitere Vorteile von Microsites?

Ein besonders wichtiger Punkt ist das bessere Ranking bei Suchmaschinen wie Google. Da Google neben den Keywords im Text (und 200 anderen Faktoren) auch die Relevanz der Texte bewertet, können thematisch fokussierte Microsites besonders gut punkten. So lässt sich mit einem einzelnen Thema ein erheblich besseres Ranking erreichen, als wenn dieses nur eins von vielen auf der Firmenwebsite darstellt. Hier hilft auch das Querverlinken von der Firmenwebsite zur Microsite und umgekehrt. Auch eine URL, in der das Hauptkeyword erscheint, bringt die Microsite in den Suchergebnissen weiter nach vorne.

Was würden Sie mittelständischen Unternehmen raten?

Prüfen Sie, ob es einzelne Themen oder Produkte gibt, für die Sie sich mehr Aufmerksamkeit bzw. Umsatz bei Bestandskunden und potenziellen Neukunden wünschen – entweder kurzfristig über Verkaufsaktionen oder längerfristig, um bestimmte Kompetenzfelder im Markt zu platzieren. Überlegen Sie dann, wie Sie die vorhandenen Informationen durch wertvolle „Leckerbissen“ ergänzen können. Im Zweifelsfall nutzen Sie einen Experten als Sparringspartner, um wichtige Themen aufzuspüren und Umsetzungsideen zu entwickeln.

Autor: Marco Gola
Gründer von Matoma Internet Consulting war zwei Jahre im Vorstand des Bundesverbands der Digitalen Wirtschaft e.V., ist Vordenker in Sachen internetgestützer Vertrieb und Performance Marketing für B2B-Unternehmen im Mittelstand.

Praxis-Tipp "Mehr Kontakte durch spannende Inhalte"

Um wichtige Kontaktinformationen von den Microsite-Besuchern zu erhalten, braucht es vor allem relevante Inhalte. Zusätzliche „Leckerbissen“ (Praxisleitfäden, Checklisten oder Whitepaper) hinter einem Downloadformular erhöhen die Bereitschaft zur Eingabe von Kontaktdaten.